Die Lebensräume

Blick auf das Westallgäu

Einzigartige Lebensräume im Westallgäu

Unser Projektgebiet liegt im württembergischen Allgäu, einem südöstlichen Teil Baden-Württembergs. Dort befindet sich das „Oberschwäbische Hügelland und die Adelegg“, einer von bundesweit 30 Hotspots der biologischen Vielfalt in Deutschland. In diesem rund 800 Quadratkilometer großen Gebiet liegen Biotope von herausragender bundesweiter Bedeutung.

Hier, in dieser glazial geprägten Landschaft des Westallgäus, wechseln sich unterschiedliche Lebensräume mosaikartig auf kleinsten Raum ab: Wälder, intensiv und extensiv genutztes Grünland, kleinere und größere fließende und stehende Gewässer und eine Vielfalt an unterschiedlichen Feuchtstandorten: Quellbereiche, Feuchtwiesen, Röhrichte, Großseggenriede, Auen, Bruchwälder, Sümpfe und Moore zählen dazu.

Insbesondere diese vielfältigen Feuchtlebensräume sind Bestandteil des Natura 2000-Schutzgebietsnetzwerks und stehen zum Teil unter Naturschutz. 

Noch nicht genug der Abwechslung: Hinzu kommen die Höhenlagen der Adelegg, einer überwiegend bewaldeten Berglandschaft mit extensiver Weidewirtschaft.


Moore

Moore lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise in zahlreiche Typen klassifizieren. Zum einen über die Herkunft des Wassers: Das können dann Hochmoore (Regenmoore) sein, die ausschließlich über den Niederschlag gespeist werden oder Niedermoore, die wesentlich vom Grundwasser beeinflusst sind. Weiterhin kann man die Moore ökologisch über die Vegetation, den Nährstoffgehalt und pH-Wert klassifizieren. Hochmoore sind sehr nährstoffarm und es gibt nur wenige spezialisierte Tier- und Pflanzenarten, die hier vorkommen, wie zum Beispiel die charakteristischen Torfmoose (Sphagnum). Sie stellen die wichtigsten Torfbildner im Hochmoor dar.  

Versumpfte Gebiete und Feuchtgebiete

Entlang der Ufer von fließenden und stehenden Gewässern und auch an Quellen findet man Bereiche, die periodisch oder ganzjährig mit Wasser gesättigt sind: Auen, Bruchwälder, Röhrichte, Groß- und Kleinseggenriede, Feucht- und Nasswiesen, Sümpfe und Moore. Eine strikte Trennung ist oftmals schwierig und die Übergänge der einzelnen Lebensräume sind fließend. Viele Pflanzen wurden zu Anpassungskünstlern und speziell an den Wasserüberschuss angepasst. Im Gegensatz zu Mooren bilden Sümpfe keinen Torf aus.

Still- und Fließgewässer

Neben Quellen, kleinen Bächen und Flüssen befinden sich auch zahlreiche größere und kleinere Seen, Weiher, Teiche und Tümpel in unserem Projektgebiet. Dabei kann der Uferbereich der Gewässer sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und vielfältige Feuchtlebensräume beinhalten oder mit diesen in Verbindung stehen. Besonders hervorzuheben ist die Argen mit ihren weitgehend natürlichen und naturnahen Bereichen sowie dem besonderen Wildflusscharakter.

Adelegg

Eine überwiegend bewaldete Hügellandschaft, die sich als nördlicher Ausläufer der Alpen mit über 1.000 Meter hohen Gipfeln vom restlichen hügeligen Allgäu abhebt. In den ausgedehnten Wäldern befinden sich tief eingeschnittene, enge Täler oder Schluchten (Tobel) mit naturnahen Fließgewässern und Kalktuffquellen. Zerstreut findet man Berg-Mähwiesen, Borstgras- und Kalk-Magerrasen, die durch Almwirtschaft entstanden sind. Die Adelegg beherbergt etliche subalpine und boreal verbreitete Tier- und Pflanzenarten, die nicht nur für Baden-Württemberg einzigartig sind.

Schutz und Nutzung – Wie kann das gehen?

All diese Lebensräume unserer Projektregion eint, dass sie vielfältigen Interessen dienen. Von touristischen Zwecken über Naherholung, Landwirtschaft und extensiver Bewirtschaftung findet hier vieles parallel statt. Wir haben ein offenes Ohr für diese Interessen und nehmen sie ernst. Denn eine nachhaltige Sicherung der Flächen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen ist nur dann erfolgreich, wenn wir sensibel mit allen Interessen umgehen.