Wir im TV 🎬 Neobiota

Drehtag mit dem SWR am Mollenbach, Foto: Dirk Neumann

Was haben Waschbär, Springkraut und Signalkrebs gemeinsam? Klar: Alle drei gehören zu den Neobiota, also Arten, die durch den Menschen in neue Gebiete gelangt sind und dort Ökosysteme verändern. Zwei prominente Beispiele, die uns auch im Projekt Naturvielfalt Westallgäu beschäftigen, sind der Signalkrebs und das Drüsige Springkraut.

SWR Doku: invasive Arten

Wir vom Team Naturvielfalt Westallgäu wurden vom SWR gebeten, im Projektgebiet einige der invasiven Arten zu zeigen und zu erläutern, warum diese eine Gefahr für heimische Arten sind.

Beitrag aus der Dokureihe “planet schule”

Gäste, die nicht mehr gehen

Das Drüsige Springkraut (auch „Bauernorchidee“) stammt ursprünglich aus dem Himalaya. Im 19. Jahrhundert wurde es als Garten- und Bienenweide nach Europa gebracht. Dank seiner explosiven Taktik beim Verbreiten der Samen verbreitet es sich heute fast überall: Die Samenkapseln schleudern ihren Inhalt bis zu sieben Meter weit. Da es extrem schnell wächst, bis zu 2,5 Meter hoch werden kann, überragt es heimische Pflanzen und nimmt ihnen Licht und Platz. Das Resultat? Monokulturen aus Springkraut, die zum Beispiel am Blindelesee im Westallgäu den ökologisch wertvollen und sehr seltenen Arten wie der Moosbeere oder Rosmarinheide den Platz wegnehmen und sie langfristig ganz verdrängen können.

Der Trojaner unter Wasser

Ähnlich dramatisch ist die Lage in unseren Bächen. Der aus Nordamerika stammende Signalkrebs wurde einst als robuster Speisekrebs eingeführt. Er ist aggressiver und anpassungsfähiger als unsere heimischen Edel- oder Steinkrebse. Das eigentliche Problem ist jedoch die Krebspest: Der Signalkrebs ist gegen diesen Pilz immun, trägt ihn aber als „Trojanisches Pferd“ in sich. Für unsere heimischen Krebse endet eine Infektion fast immer tödlich, was ganze Bestände innerhalb kurzer Zeit auslöschen kann.

Unser Einsatz für heimische Arten im Westallgäu

Im NABU-Projekt Naturvielfalt Westallgäu setzen wir genau hier an. Wir schützen die Rückzugsorte bedrohter Arten und fördern den Erhalt intakter Moore und Fließgewässer. Durch gezieltes Management und Renaturierung geben wir dem heimischen Steinkrebs und anderen Spezialisten eine Chance gegen die Übermacht der Eindringlinge.

Helft mit: Achtet bei Wanderungen darauf, keine Pflanzenreste zu verschleppen, vernichtet gerne auch Springkraut – und unterstützt uns dabei, die ursprüngliche Vielfalt unserer Heimat zu bewahren!